Idee und Hintergrund

Mit dem Theaterstück „Magdalena M.“ von Hubert Theler nach dem Roman «Walliser Totentanz» von Werner Ryser wird die grosse Tradition der überregional bekannten Rarner Freilichtspiele weitergeführt.
Nach der Aufführung des viel beachteten Stücks «Tenebrae» von Hubert Theler im Jahre 2013, mit dem die Verantwortlichen neue Wege eröffnet haben, findet die reiche Theatertradition in Raron eine spannende Fortsetzung.  Das Theaterstück „Magdalena M.“ von Hubert Theler basiert auf dem historischen Roman von Werner Ryser, der auf nationaler Ebene Furore gemacht hat. Mit über 9000 verkauften Exemplaren ist es der erfolgreichste Roman mit Walliser Geschichtsstoff. Das Buch gehörte kurz nach der Zweitauflage im Jahre 2015 zu den 52 besten Büchern.

Schauplatz der Geschichte ist das Oberwallis in den Jahrzehnten zwischen den Burgunderkriegen und den Mailänderkriegen, von 1460 bis 1530. Am Fusse der Burgkirche Raron, in unmittelbarer Nähe zur Felsenkirche, bietet sich für den Regisseur Karim Habli die ideale Kulisse. Hier wird sich die Walliser Geschichte anschaulich und eindrücklich mit modernsten technischen Mitteln vor den Augen der Zuschauerinnen und Zuschauer entfalten.

Schauspieler des Theatervereins Raron und weitere Schauspieler aus dem Oberwalliser Raum sowie Techniker und Fachleute nahmen die Herausforderung eines solchen Grossprojektes an. Dazu ist natürlich die ungeteilte Unterstützung der gesamten Rarner Bevölkerung Voraussetzung. Hier kommt diese Begeisterung für das Theater zum Tragen, welches von Pfarrer Peter-Marie Concina bereits in den Anfängen des 20. Jahrhunderts in Raron begründet wurde. Mit diesem Ensemble aus passionierten Laien und erfahrenen Berufsleuten wird dieses Freilichtspektakel ohne Zweifel zu einem der kulturellen Höhepunkte im Oberwallis am Eingang zum dritten Jahrzehnt.

«Der Mensch ist des Menschen Wolf» – diese Redewendung macht Werner Ryser in seinem monumentalen Historienroman «Walliser Totentanz» erlebbar. In seiner Geschichte, die im Goms um 1500 spielt, erzählt der Autor, wie die Kräuterfrau Magdalena Capelani ihre Familie durch die Stürme der Zeit führt. Hubert Theler, Autor und Schriftsteller, hat sich diesem Stoff in engem Austausch mit Werner Ryser dramaturgisch angenommen. Schauplatz der Geschichte ist das Oberwallis in den Jahrzehnten zwischen den Burgunderkriegen und den Mailänderkriegen, von 1460 bis 1530. Weltgeschehen, Regionalpolitik und das Leben der Dorfgemeinschaft verweben sich durch den mächtigen Einfluss zweier Einheimischer: Dem Kriegsherrn Georg Supersaxo, der zum französischen König hält, und dem papsttreuen Kardinal Matthäus Schiner. Zankapfel ist Oberitalien, um dessen Besitz die Eidgenossen bis zur verlustreichen Schlacht von Marignano skrupellos mitkämpfen – und mit den Eidgenossen die Walliser.
In dieser Zeit der Wirrungen und Verwirrungen wird die Geschichte der Kräuterfrau Magdalena Capelani aus Münster im Goms erzählt. Das Dorf ist angewiesen auf ihr Wissen um die Heilkräfte der Natur, aber es fürchtet sie zugleich und ist überzeugt, dass sie eine Hexe ist. Auf der Schwelle zwischen Animismus und Vernunft ist Magdalena Capelani dem offiziellen Kirchenglauben gegenüber selbst skeptisch eingestellt. Eine Haltung, die sie um jeden Preis verbergen muss, um sich und ihre Familie von jedem Verdacht fernzuhalten. Denn ein Verdacht könnte tödlich sein und auf dem Scheiterhaufen enden.

Mit diesem Theaterstück wird die Tradition der Rarner Passionsspiele konsequent weitergeführt. Nach dem Stück „Tenebrae“, welches die Leiden Christi vor Augen geführt hat, erleben Sie eine Passion in unserer Geschichte, in unserer Heimat, und zwar die Passion einer Frau.